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Interview mit Culcha Candela - Culcha Candela
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Interview mit Culcha Candela
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Culcha Candela beim SummerJam

Big Up! Habt ihr musikalische Vorbilder ?
Mr Reedoo: Jeder hat natürlich musikalische Vorbilder, aber ich weiß nicht ob es so schlau wäre jetzt so viele zu nennen. Es geht nicht darum Leuten nachzueifern oder deren Stile zu vereinen.
Don Cali: Manche haben halt lieber HipHop manche Reggae- Ein sehr unterschiedlicher Geschmack.
Mr Reedoo: Es war sicherlich eine Anregung da, aber Vorbild ist mit zu eng- deshalb habe ich keine Vorbilder. Inspirieren ganz klar, aber nacheifern nicht.
Johnny Strange: Vorbilder sind meist Leute die wir getroffen haben und vor denen wir richtig Respekt haben. Wo wir sagen „Das ist cool“, wir wollen aber nicht das gleiche machen. Mit Gentleman war es eine coole Erfahrung, super Crew die so ähnlich sind wie wir, Söhne Mannheims war wieder was ganz anderes aber trotzdem irgendwie in die Richtung in die wir gehen. Ich glaube das jeder der Musik aus vollem Herzen macht irgendwie ein Vorbild ist.
Mr.Reedoo: Wobei das spannend ist, dass es dabei irgendwann nicht mehr um Vorbild oder Geschmack geht, Söhne Mannheims zum Beispiel, ich glaube das keiner hier aus der Runde sich ernsthaft als Fan oder Hörer dieser Musik bezeichnen würde, trotz allem war es eine supergeile Erfahrung mit denen unterwegs zu seine. Man hat so vieles von denen lernen können, was den Tourbetrieb angeht, aber letztlich auch Menschlich, die sind mit die erfolgreichsten deutschen Musiker die es zur Zeit auf dem Markt gibt und die waren einfach so relaxt und cool und nett.
Itchyban: Von Gentleman war ich schon vorher Fan, ich fand ihn live besser als auf Platte.
Mr.Reedoo: Ja klar da ist es genauso, wenn nicht noch mehr, weil man sich da mit der Musik identifizieren kann, aber bei den Söhnen Mannheims fand ich es echt spannender, weil es eigentlich überhaupt nicht unser Ding ist.

Big Up! Ihr wollt ein friedliches miteinander von verschiedenen Kulturen und Ländern. Unterstützt ihr irgendwas in der Richtung z. B. ein Jugendheim oder so was. ?
Itchyban: Ob wir einen caritative Vereine gegründet haben?
Johnny Strange: Wir haben zusammen mit noch anderen Leuten vor kurzem einen Sampler herausgebracht „Thumbs it up“- das ist eine Vereinigung von verschiedenen Undergroundmusikern aus ganz Deutschland. Das war eine Initiative aus zwei Gründen : Einmal dieses Potential was unter der Oberfläche ist an die Öffentlichkeit zu bringen, da sind wirklich verschiedenste Tracks von verschiedensten Produktionsstufen dabei- ein paar Headliner wie Gentleman oder Mellow Mark aber hauptsächlich Underground Acts aus ganz Deutschland und auch internationale Leute, da ist unser erstes Feature drauf, wo wir mit einer Band aus Brasilien “Cuchu Sau“, und einer Gruppe aus Berlin(sozusagen unser Nachwuchs), einen Track eingereicht haben- Ich glaube 12 Leute auf französisch, portugisisch, spanisch, deutsch und englisch. Diese ganze Aktion ist ein Benefizprojekt für den Bau eines Brunnen in Uganda. Das haben wir mitorganisiert. Solidarität zeigen.
Itchyban: Also das Projekt von John ist bisher das einzige was wir in diese Richtung gemacht haben. Man darf das nicht überschätzen. Wir haben jetzt nicht so ein riesiges „standing“ das wir übertrieben viel Geld investieren können. Und man muss sich auch überlegen wie viel Leute uns denn jetzt wirklich schon zuhören und folgen würden wenn wir was sagen.
Wir kriegen schon Anfragen „Hey macht die Schirmherrschaft für das oder mach mal hier den Verein“ es ist halt auch schwierig, wir wollen keinen benachteiligen. Wir sind neulich z.B. ohne Gage aufgetreten- Dass war ein Benefizkonzert für die Flutopfer in Asien. Das hat ein sehr geachteter Typ hier aus der Berliner Reggaeszenen organisiert- da wussten wir das ist koscher und geht klar. Bei vielen Sachen hat man nicht genug Hintergrundinformationen und man darf auch unsere Power nicht überschätzen.

Big Up! Werden Eure sozialkritischen Texte von Euren Heimatländern oder Deutschland inspiriert?
Don Cali: Ich habe meine Kindheit in Kolumbien verbracht, klar hat sich die Kultur und die Art zu Leben tief in mir eingeprägt. Ich schreibe jedoch aus einer neuen Sicht, ich bin in Deutschland, gehöre hier her- aber irgendwie halt auch nicht. Ich habe in Kolumbien sehr viel erlebt und erfahren, genau wie in Deutschland, es gibt in beiden Ländern ganz verschiedene Konflikte und Ansichten, über die man viel erzählen kann.
Lafrotino: Man wächst mit der ganzen Gewalt und den Problemen in den Länder auf, aber man denkt es ist normal. Ich habe erst in einem Konzert in Deutschland gesehen das es auch anders geht. Das es uns in der Heimat richtig schlecht geht- eigentlich noch schlimmer als ich dachte. Obwohl die Leute glücklich sind und feiern. Man fühlt den Kontrast  sehr stark und weiß dann auch wo man was bewegen kann
Itchyban: Diese ganzen Themen besprechen wir auf unserem aktuellen Album auch detaillierter als noch auf dem ersten. Wir gehen sowohl mehr auf unsere Herkunft und Roots ein, als auch unsere  gemeinsame Rolle die wir jetzt  Deutschland alle zusammen haben. Wir leben alle schon seit Jahren hier, und wie die Jungs gerade schon sagten- Man ist geprägt, je nachdem wie lange man in einem anderen Land gelebt hat, aber wir haben natürlich auch ein prägendes Bild von uns allen hier in Deutschland. Wir finden das ja auch cool- sonst wären wir nicht hier. Wir sind eine neue Generation von Deutschen- nur sind wir eigentlich keine Deutsche. (LS/CW/BE)

 



 
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